Michaele

Irgendwie war ihr Leben in letzter Zeit so eintönig geworden. In der Früh aufstehen, die Kinder in die Schule bringen, zur Arbeit fahren, am Nachmittag Kinder wieder abholen, Essen machen, Aufgaben kontrollieren, Kinder niederlegen, noch etwas fernsehen oder mit Freuden zusammen sitzen und auf den nächsten Tag warten. Ja sicher liebte sie ihre Kinder und sie unterhielt sich auch gerne mit ihren Freunden. Aber, irgendwie fehlte da was. Sie musste sich ein bisschen Abwechslung verschaffen.

Es war mehr ein Zufall, der Ihrem Leben etwas Spannung brachte. Oder doch nicht?

An einem lauen Sommerabend begab sie sich mit ihren Freundinnen in ein kubanisches Tanzlokal. Sie hatte ein dezentes Make-up aufgelegt und sich nach der Frühjahrsdiät wieder in ihren engsten und kürzesten Rock gezwängt. Sie alberten herum und hofften doch sehr, dass sie nicht auf diesen ausgelassenen Abend verzichten müssen, als sie die Menschmenge vor dem Eingang sahen.

„Diese drei bezaubernden Damen gehören zu mir.“ Mit diesen Worten nahm ein großgewachsener, ganz in schwarz gekleideter Mann Michaeles Hand und zog die drei ziemlich verdutzt dreinschauenden zur Tür und hinein ins Gewimmel. Bevor sie sich noch bedanken konnten war er aber auch schon in der Masse untergetaucht, was nicht jedoch wirklich einen Abbruch ihrer Heiterkeit zur Folge hatte. Sie brauchten eine Weile bis sie sich an das dämmrige Licht, die laute Musik und an die vielen Menschen gewöhnt hatten. Bahnten sich dann aber einen Weg zur Theke und bestellten einen hochprozentigen, erfrischenden Kaipirinha. Michaele lehnte an der Bar und ließ ihren Blick über die tanzenden Leiber schweifen, die sich teils mit Eleganz, teils etwas wild zu der rhythmischen Musik bewegten.

„Bist du zum ersten Mal hier“ wurde sie jäh aus ihren Gedanken gerissen. Er stand wieder hinter ihr. Sein breitgrinsendes Gesicht war etwas zu nahe hinter ihrem Kopf und daher konnte sie seine Stimme ganz genau hören und auch der Duft, der von ihm ausging, fand seinen Weg in ihre Nase. Leicht wandte sie ihren Kopf und sah in zwei schelmisch lächelnde Augen, die aber soviel Wärme ausstrahlten, dass sie kurz ganz wackelig wurde. Schnell hatte sie sich wieder gefangen, wollte sich umdrehen und ein Gespräch beginnen, als sie merkte, dass er schon wieder verschwunden war. Was treibt der für ein Spiel?

Etwas verärgert nahm sie einen Schluck ihres eisgekühlten Getränkes und drängte sich zu ihren Freundinnen auf die Tanzfläche. Da war sie nun in einer Ansammlung von verschwitzten, zuckenden Körpern – aus der Ferne betrachtet eine einzige Masse, die sich der fremdartigen Musik hingaben und sich wie in Trance bewegten. Ganz offensichtlich war der Anblick der weiblichen Besucher um einiges schöner als jener der männlichen. Vorallem die dunkelhäutigen und glutäugigen Tänzerinnen waren eine Augenweide.

Michaele tanzte lange alleine, als sich unaufgefordert ein hübscher Mann zu ihr gesellte und ihr bei den gelenksverrenkenden Bewegungen Gesellschaft leistete. Er umfasste ihre Taille, presste sie an sich, schob sie wieder etwas weg. Es war ganz offensichtlich, dass er mehr als nur tanzen wollte, aber sich von so einem rassigen „Ich-krieg-jede-ins-Bett-Typen“ abschleppen zu lassen, dazu hatte sie keine Lust. Und eigentlich hatte sie auch keine Lust mehr sich mit dieser Masse zu bewegen, sie hatte genug von dieser Mischung aus süßem und salzigem Geruch, verabschiedete sich von ihren Freundinnen und bahnte sich ihren Weg wieder zurück in Richtung Ausgang.

Draußen angekommen, füllte Michaele erstmals ihre Lungen mit der warmen, frischen Sommernachtsluft. „Du willst doch diesem Abend nicht so ein Ende bereiten?“. Erschrocken drehte sie sich um und schaute wieder in diese wundervollen, vertrauenserweckenden Augen. „Doch, eigentlich schon. Es sind mir zu viele Mensch da drinnen und müde bin ich auch schon“. „Das wäre aber sehr schade!“ Sprachs, drückte ihr einen Zettel in die Hand, drehte sich um und ließ sie wieder alleine stehen. Ziemlich verdutzt öffnete sie den Zettel und las: „Ich erwarte dich in fünfzehn Minuten am Hauptbahnhof. Dort werde ich in einem Auto auf dich warten und du wirst mit mir eine unvergessliche Reise antreten. Bist du einmal in meinem Auto, kannst du nicht mehr zurück, also überleg es dir genau. Dominik.“

Nun das würde sie ja wohl bestimmt nicht machen, steckte den Zettel in ihre Handtasche und schlenderte langsam zu ihrem Auto. Oder vielleicht doch? Sie suchte doch immer ein Abenteuer, eine Abwechslung, jetzt stand es praktisch vor ihrer Türe – sollte sie diese wirklich zuschlagen, bevor sie überhaupt geöffnet wurde? Sie könnte ja mal zum Bahnhof fahren, was war denn da dabei? Nach Hause fahren konnte sie ja dann noch immer.

Sie näherte sich den Bahngleisen und sah am Parkplatz nur ein einziges Auto. Es war ein großes, dunkles Modell. Sie parkte ihren Wagen daneben und während sie noch beim Zusperren war, öffnete sich die Beifahrertür des anderen Autos wie durch Geisterhand. Sie überlegte nochmals kurz, war sich aber dann sehr sicher, dass sie endlich was erleben wollte und setzte sich auf den Beifahrersitz. Er beugte sich über Michaele, ließ die Türe zuschnappen und lächelte sie an. Aus seinem Sakko nahm er eine schwarze Augenbinde und nahm ihr damit jede Gelegenheit, ihre Reise, von der sie jetzt nicht mehr so sicher war, ob sie diese überhaupt antreten wollte, mit wachen Augen zu verfolgen. Sie wollte eigentliche etwas sagen, aber mit einem Finger auf ihrem Mund deutete er ihr so, dass sie schweigen sollte.

Schweigend verlief die Autofahrt, von der sie nur annehmen konnte, dass sie ungefähr eine halbe Stunde dauerte, aber in welche Richtung, davon hatte sie keine Ahnung. Ohne Vorwarnung blieb er stehen, stieg aus, kam zu ihrer Seite rüber und half ihr aus dem Auto zu steigen. Den rechten Arm untergehakt führte er sie in ein Haus, welches eine angenehme Wärme ausstrahlte. Er geleitete sie in ein Zimmer, ließ sie auf einer weichen, einladenden Couch Platz nehmen und ging wohl zu einer Bar, denn sie hörte Gläser und das Geräusch von Flüssigkeit. Er reichte ihr das Glas, immer noch wortlos und sie trank einen Schluck von dem eisgekühlt prickelnden Champagner. Dann verließ er den Raum und sie konnte sich ein wenig sammeln. Nun, sie konnte nicht behaupten, dass sie das ganze kalt ließ. Eigentlich lief ihr ein wohliger Schauer über den Rücken und sie bemerkte auch, dass sie zwischen den Beinen ziemlich angeregt war. Sie musste sich auch eingestehen, dass sie bis jetzt diese Reise nicht bereute. Ganz im Gegenteil, sie war ziemlich neugierig, was dieser Unbekannte noch für Überraschungen für sie parat hatte.

Von ihr unbemerkt wieder ins Zimmer zurückgekehrt, stand er plötzlich vor ihr, nahm ihre Hände und führte sie ins Nebenzimmer. „Hast du Angst“. Es war das erstemal seit mehr als einer Stunde, dass er etwas zu ihr sagte. Sie schüttelte den Kopf, öffnete den Mund um etwas zu erwidern, aber schon wieder war der Finger an ihren Lippen und ihr zu schweigen deutete. Langsam knöpfte er ihre Bluse auf und betrachtete ihre wohlgeformte Brust und ihre bereits vor Erregung harten Knospen. Sanft streichte er zuerst mit seiner Hand darüber, kurz darauf mit seiner Zunge. Er nahm beide Brüste in seine Hände, knetete, küsste, streichelte sie und ihr Erregungszustand wurde von Sekunde zu Sekunde größer. Dann ließ er von ihr ab, zog ihr die Bluse ganz aus, öffnete auch ihren Rock und ließ sie heraussteigen.

Sie hörte wie er an einer Schublade hantierte und spürte, wie er etwas um ihre Hände legte. Es fühlte sich sehr weich an, roch nach Leder – ein Geruch, den Michaele immer schon gemocht hatte. Die Manschetten wurden geschlossen und mit einem Karabiner zusammengebunden. Er zog sanft ihre gefesselten Hände über den Kopf und befestigte den Karabiner an einer Kette, die von der Zimmerdecke herunterhing. Michaele stand jetzt nur mehr mit ihrem knappen Tanga vor ihm und obwohl sie nichts sehen konnte, fühlte sie, dass er ein paar Schritte zurückgegangen war und sie genau betrachtete. Er ließ sich Zeit dabei und sie hatte keine Möglichkeit seinen Blicken auszuweichen. Obwohl sie sich gar nicht sicher war, ob sie es tun würde, wenn sie könnte, denn dieses Gefühl sich so hilflos einem Mann präsentieren zu können, jagte weitere Schauer durch ihren Körper. Behutsam streifte er den letzten Stoff von ihrem Körper und legte weitere Manschetten nun auch um ihre Fußgelenke. Langsam streichelte er an der Innenseite ihrer Oberschenkel auf und ab, berührte wie zufällig ihre Scham und erreichte damit, dass sie ihre Beine ein wenig öffnete. Er zog sachte ihre Beine noch weiter auseinander und befestigte auch die Fußmanschetten mit einer weiteren Kette, die im Fußboden eingelassen war. Wieder betrachtete er sie zufrieden wie ein Kunstwerk – ein Kunstwerk, das ab jetzt ganz ihm gehörte und das seinen Händen ausgeliefert war.

Er setze fort ihren Körper zu streicheln. Seine Finger glitten langsam über ihren Rücken, was ihr eine Gänsehaut bereitete. Sie setzten ihren Weg auf ihrem Bauch fort, glitten ganz langsam und kaum spürbar über ihre Brüste, um dann wieder auf ihrem Rücken zu landen. Sein Druck wurde von mal zu mal fester und fordernder. Hin und wieder setzte er auch seine Nägel ein, was ihr ein leises Stöhnen entlockte und wobei sie sich unter seinen Händen wand.

Seine Finger zogen immer weitere Kreise und als er ihr unvermutet zwischen die Beine griff, zerrte sie mit ihren Füßen erschrocken an der Kette. Sie konnte ihre Beine nicht schützend schließen und als er begann, an ihrem Geschlecht zu spielen, hatte sie auch kein Bedürfnis mehr nach Schutz. Selbst als er nun härter zupackte, ihre Schamlippen zwischen Daumen und Zeigefinger rollte und sie fordernd in alle Richtungen zog, spürte sie, wie die aufsteigende Lust sie immer mehr anschwellen ließ. Sie war bereits jetzt glücklich darüber, dass sie vorhin der Aufforderung auf dem Zettel Folge geleistet hatte und zum Hauptbahnhof gefahren war.

Als er ihr Geschlecht mit einem kurzen Ruck weit auseinanderzog und ihre intimste Öffnung freilegte, ahnte sie, dass sie erst am Beginn einer aufregenden Nacht stand …

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