Besiegelt (kurz)

Der Taumel der letzten Tage war verflogen, eigentlich in dem Augenblick, als die Schwiegereltern ihre kleinere Tochter zurückbrachten. Natürlich freuten sie sich, herzten das Mädchen, aber die Intimität der kinderfreien Tage, das ungehemmte Ausleben, die fieberige Heftigkeit, in der sie ihr Machtgefälle über Tag und Nacht aufrechterhalten hatten, die atemlose Kette von Schlägen, Fesselungen und heftig ausgelebtem Begehren verblassten von Stunde zu Stunde mehr zur Erinnerung, und aus dem leidenschaftlichen Herrn und der hingebungsvollen Sklavin wurden wieder zwei isolierte Individuen, die sich alleine abschirmten gegen den Druck des Alltages.

Es war nicht das erste Mal, dass sie diese Situation erlebten, doch noch nie war ihnen der Wechsel so hart vorgekommen.

Am zweiten Abend, der Hund versorgt, das Kind im Bett, dumpfer Feierabendmuff, er am Rechner, sie vor dem Fernseher, er sah ihr die miese Stimmung an, ja, sie hatte die Kleine ins Bett gebracht und vorgelesen. Und noch war die Große in der Ferienfreizeit. Und noch hatte er Urlaub …

Komm in den Keller sagte er mit etwas mehr Entschiedenheit als gewöhnlich und sie folgte ihm.

Wie wenig man sich doch kennt, dachte er. Seine Erwartungen waren gering gewesen, um die zerbröckelte Nähe wiederherzustellen, hatte er lediglich vorgehabt, sie gefesselt zu sich ins Bett zu nehmen, doch als sie, die Handgelenke an die Knie gebunden auf der Seite lag, spürte er ihre Erregung und die Bereitschaft zu mehr.

Zu viel mehr.

Er fragte sie also, ob sie bereit sei, sich von ihm schlagen zu lassen und als sie bejahte, präzisierte er die Frage, ob sie bereit sei, sich ihm rückhaltlos auszuliefern, und auch dies bejahte sie.

Also löste er ihre Fesseln und spannte die Sklavin aufrecht stehend zwischen die beiden Balken, Arme und Beine weit gespreizt, verband ihr die Augen und knebelte sie mit dem Kopf – Harness, der sie optisch zum Objekt degradierte. Blind, der Sprache beraubt, straff fixiert

Und dann schlug er sie. Peitschte sie mit dem Rutenbündel, mit der Springgerte, mit der Neunschwänzigen, mit dem Rohrstock. Peitschte sie von allen Seiten, schlug weiter, als sie schrie und weinte, an den Fesseln zerrte und sich in hilflosem Widerstand wand, um den Schlägen auszuweichen. Morgen kannst Du mich verlassen raunte er ihr ins Ohr. Aber jetzt bist Du mir ausgeliefert. Sie wimmerte und versuchte, soweit möglich, stillzuhalten, auszuhalten, bis er schließlich aufhörte und sie losband.

Als ihre Hände frei waren, griff sie nach dem Knebel, denn sie hasste es, wenn ihr der Speichel aus dem Mund troff, aber er riss ihre Hand vom Verschluss weg. Nein sagte er. Lass das Ding an, Sklavin, ich will Dich so, wie du jetzt bist. Er legte sie rücklings auf die breite Matratze, schmiegte sich an ihren weichen Körper und streichelte sie, sah in ihr durch die Lederbänder halb verdecktes Gesicht, auf die auseinandergezwängten Lippen. Ich will dich so, als mein Sklaventier , wiederholte er. Sie gab einen leisen, zustimmenden Laut von sich. Ich will dich ganz besitzen. Ich will, dass wir uns immer wieder in dieser Welt einfinden können, dass wir uns nicht verlieren.

Er griff zwischen ihre Beine, in ihre überfließende Feuchte. Und jetzt komm für mich, Hure Was sie dann auch tat.

Aber er hatte noch keine Ruhe, kniete sich zwischen ihre geöffneten Schenkel und ölte seine Hand ein. Ein Finger nach dem anderen bohrte er in ihre Scham. Doch wiewohl sie duldsam und still vor ihm lag, war ihre Körpersprache, bedingt durch die Befriedigung des vorangegangenen Höhepunktes, nicht so hingebungsvoll, wie er es erwartete. Als stellte er ihr eine flache Kerze auf die Bauchdecke und zündete sie an. Du weißt, was das ist? , fragte er trügerisch fürsorglich, da ja ihre Augen verbunden waren. Sie bejahte mit vorsichtigem Grunzen und versuchte fortan, die Bauchdecke stillzuhalten, entgegen den langsam steigernden Bewegungen, die seine Hand in ihr ausführte. Bald spannte sie die Bauchmuskeln fest an und er lächelte, denn ihre Rechte war nicht mehr zur Faust geballt, sondern grub sich einträchtig mit der Linken in die angespannten Oberschenkel. Ihre Hingabe erregte ihn und er ergoss sich keuchend über ihr.

Die Kerze stand noch, und er nahm sie vorsichtig, um das flüssige Wachs nicht zu verschütten, von ihrem Bauch weg. Dann, in einem plötzlichen Impuls, goss er das Wachs in seine linke Handfläche. Es dauerte einen Augenblick, bis sich der Schmerz entfaltet hatte, und er hielt kurz den Atem an, bis das Brennen erträglich war. Dann legte er seine Hand mit dem an der Oberfläche gerade erstarrten, noch heißen Wachsklumpen auf ihren spermafeuchten Bauch. Überrascht über die unerwartete Hitze zuckte sie zusammen, doch dann erkannte sie den Zusammenhang und lachte leise in ihren Knebel.

Und so wurde der Vertrag besiegelt.

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