Samenspender

Irgendwie komme ich mir komisch vor, wie ich hier so mit diesem Mädchen – oder sollte ich sagen Frau – im vierten Stock eines Wohnsilos der Weststadt stehe. Irgendwie war alles so schnell gegangen. Ich hatte mich ziemlich tief in das Wesen des schottischen Whiskeys hineinversetzt – einer Tätigkeit, der ich seit Martina ziemlich oft fröne – zu oft – als auf einmal ein paar braune Locken in mein Glas hingen. Von hoch oben hörte ich: “Was ist denn das Widerliches?” Irgendwie hatte ich nicht einmal mitbekommen, daß ich bereits unter dem Tisch lag und so sah ich denn aufwärts in ein vor Ekel verzogenenes, weibliches Gesicht und fing an etwas zu lallen, daß ich mein Feuerzeug verloren hätte oder so was. Im nächsten Moment riß mich die Gestalt schon kräftig am Kragen und lehnte mich an einen Bistrotisch. Ich versuchte, der vielen sich verschiebenden Gesichter Herr zu werden, die sich rund um mich drängten, als mich etwas klatschend im Gesicht traf.

Sie trug Lederhandschuhe, das hieß nur einen, denn mit dem anderen wischte sie noch ein paarmal in meinem Gesicht herum. “Aua”. Nicht mehr als ein flüstern brachte ich noch zustande. “So einen wie dich, Freundchen, suche ich schon lange,” sagte das Gesicht und das klang irgendwie gar nicht so als ob es Spaß machte. Im Nu hatte sie mich am Kragen gepackt und schob mich vor sich her durch das Lokal zum Ausgang. Draußen schnappte sie sich ein Taxi und entführte mich ohne zu fragen. Die ganze Fahrt über sagte sie nichts, und ich, speiübel, noch weniger. Jetzt stehen wir in besagtem Wohnsilo und langsam dämmert mir eine einzige Frage: Was soll ich hier? Doch bevor ich sie stellen kann, sind wir auch schon in einer stockdunklen Wohnung, die Tür verschlossen und ehe ich mich versehe hängt mein armer, gequälter Kopf unter der kalten Dusche, brrrr, gehalten von einer kräftigen Hand in meinem Genick.

Ich richte mich auf und das Wasser läuft in meinen Nacken und über meinen Rücken. Dann verschwinden irgendwie meine Jacke und Hose ins Nichts und ich finde mich in der Küche wieder mit einem dampfenden Kaffee, gewürzt mit Alka Seltzer, in der Hand. “Wäre doch gelacht, wenn wir Dich nicht wieder klar kriegen.” Ich sehe auf und bemerke zum ersten Mal, daß die Frau ein schönes Gesicht hat, das jedoch keineswegs freundlich zu mir herübersieht. Ich versinke wieder in meinen Kaffee und erspähe darin mein eigenes Gesicht, mit nassen Haaren, wirr, das sich in kleine Ringe aufteilt, die durch meine zitternden Hände verursacht werden. Ich beschließe, zunächst nichts zu sagen, bis ich mir einigermaßen über meine Lage im Klaren bin. “Los, ab ins Wohnzimmer!” Bleibt mir etwas anderes übrig? Ich fühle mich kaum in der Lage, nennenswerten Widerstand zu leisten. Kaum stehen wir im Flur, fühle ich zwei Hände, die sich mit atemberaubender Geschwindigkeit in meinen Slip schieben und ihn hinunterziehen. Die eine legt sich kurz darauf von hinten um meine gesammelten Werke und ich registriere mit einigem Erstaunen, daß mir mein etwas alkoholisierter Lebenswandel noch nicht den letzten Rest von Männlichkeit geraubt hat. Meine Gastgeberin begutachtet das mit gerunzelter Stirn. “Du,” beginne ich, “äh, was soll das eigentlich alles?” “Ganz schönen Hammer hast Du da.” bemerkt sie abwesend. Mir wird langsam aber sicher ziemlich warm – ihre Aufmerksamkeit beginnt bereits Folgen zu zeitigen.

Dann schiebt sie mich ins Wohnzimmer. In der Mitte des großen Raumes steht ein schwarzer Marmorsockel. Eine seltsame Apparatur hängt an einem Gerüst über dem Podest. “Los, rauf da!” Irgendeine Wahl? Vermutlich nicht. Bin gespannt was sie vor hat. Also los. Die Frau legt rasch ein paar weiche Fesselschlaufen um meine Fußgelenke. Ich taumle, ringe um mein Gleichgewicht. Sie fängt meine verdutzt rudernden Hände in zwei von dem Gerüst hängenden gepolsterten Ringen auf und läßt mich wie einen Galeerensklaven darin hängen. Ich bin jetzt völlig verwirrt, fast panisch. Ein Gefühl, daß die entschlossenen Züge der Frau auch nicht gerade verfliegen ließen. Wird das eine weibliche Vergewaltigung? Ist sowas eigentlich strafbar? “Na, wie lange hast Du es schon nicht mehr getrieben?” fragt sie und wiegt meine Hoden in ihrer Rechten. Mich durchzucken die schrecklichen Wochen, seit Marion nicht mehr da ist… “Los, sag schon!” “Ich… ungefähr acht Wochen.” “Wunderbar, prima!” Sie verläßt das Zimmer. Ich fröstele. Warum bin ich mitgekommen? Ich weiß es nicht. Aber hat sie mir denn überhaupt eine Chance gelassen? Nein, sie hat mich einfach gekidnappt. Eins ist mir jedenfalls klar: Sie schenkt mir Aufmerksamkeit, wenn sie auch ein bißchen abgedreht zu sein scheint. Mir fällt ein, was ich von Dominas und Sadomaso Praktiken gehört habe. Aber holen die sich denn ihre Partner/Opfer von der Straße? Mein Gedankengang wird jäh unterbrochen, als sie den Raum wieder betritt. Mir stockt der Atem.

Sie ist von Kopf bis Fuß in glänzendes Schwarz gekleidet. ‘Bezogen’ kann man fast sagen: man kann nicht sagen, ob es überhaupt Stoff ist oder Haut. Selbst die glatte, glänzende Fläche zwischen ihren Beinen durchbricht die Illusion nicht. Ihre Brustwarzen zeichnen sich deutlich ab, ihr Mund ist nur eine grellrote Wunde, ihre Haare unter einer dichten Haube verschwunden. Irgendwie erinnert sie mich an ein großes Insekt. Sie sagt kein Wort während sie sich auf mich zu bewegt. Ich fühle leichte Erregung in mir aufsteigen. ‘Ich bin die Beute’ denke ich, doch der Gedanke ist mir nicht unangenehm. Die Wunde öffnet sich und ein Zischen dringt aus ihr hervor, dann wickelt eine schwarze Hand einen dicken Lederriemen um mein noch schlaffes Glied und verknotet die Enden hinter meinem Rücken. Sie stellt sich hinter mich und schmiegt ihren glatten Körper an meinen. Mein Penis stemmt sich gegen die verflixte Lederhülle. Ihre Hände fahren über meine Brust, reizen meine Brustwarzen, kitzeln meine Achseln und kneifen meinen Hintern. Die roten Lippen gleiten meine Wirbelsäule hinunter und beißen hier und da leicht in den Rückenmuskel. Dann knabbert sie an meinen Oberschenkeln und Waden herum bevor sie an der Innenseite der Schenkel entlang meine Hoden erreicht. Spöttisch grinsend streifen sie nur an dem ledernen Gefängnis entlang, in dem sich mein Schwanz heftig in Ausbruchsversuchen ergeht. Die Lady stellt sich nun vor mich hin, so daß ich sie zwar sehen, aber auf keinen Fall berühren kann und beginnt ihre schwarzglänzenden Brüste zu kneten. Das knarrende Geräusch, das dabei entsteht, heizt mich nur noch mehr an. Eine Hand stiehlt sich hinab zwischen ihre Beine und kreist an der Stelle, an der ich auch so gerne mit meinen Lippen kreisen würde.

Ich zerre probeweise an meinen Fesseln, aber die Frau hat ganze Arbeit geleistet. Sie läßt sich jetzt auf die Knie nieder und öffnet den Knoten an meinem Rücken. Dann nimmt sie das Lederband zwischen ihre vollen Lippen und wickelt vorsichtig Runde um Runde ab. Sie bläst vorsichtig auf mein rot emporragendes, heißes Glied. Die Zungenspitze stiehlt sich hervor und züngelt nur Millimeter vor meiner Eichel in der Luft herum. Ich will mein Becken vorschieben um die weiche Hitze ihres Mundes zu genießen, doch dann fällt mir auf, daß ich bereits so weit wie möglich nach vorne gebogen bin. Sie bemerkt meine Bemühungen, grinst und sucht meinen Blick. Ich sehe direkt in diese großen Augen und lese Verlangen darin. Verlangen nach etwas von mir. Oh, ich will es ihr schon geben, wenn sie mich nur ließe. Doch davon ist keine Rede. Jetzt öffnet sie den Mund und läßt ihn über meinen Penis gleiten, jedoch ohne ihn zu berühren. Ich werde mittlerweile fast wahnsinnig. Mein Schwanz pulsiert stark und ein Summen macht sich in mir breit. Ein Tropfen erscheint auf meiner Spitze. Die Frau scheint sehr erfreut darüber und macht Anstalten ihn aufzulecken. Doch einen zehntel Millimeter entfernt stoppt ihre Zunge in der Luft. Sie schürzt die Lippen und macht saugende Geräusche. Meine Lenden zittern unkontrolliert. Nun greift sie meine Hoden und einen Zentimeter vor meiner Eichelspitze stehen diese saugenden Lippen unbeweglich in der Luft. Ihre Bewegungen werden heftiger, sie massiert meine Hoden rhythmisch. Ich schwitzte. Mein Penis ist so prall wie selten zuvor. Ich glaube, mein Herz wird gleich den Dienst quittieren. Mein Atem geht stoßweise. Eine Hitzewelle nach der anderen flutet durch meinen Unterleib. Eine stärker als die andere. Die Augen der Frau weiten sich erwartungsvoll. Sie saugt immer noch Luft ein.

Plötzlich schiebt sie meine Hoden mit kundigem Griff nach oben. Auf mich wirkt das wie eine Initialzündung. Mit einem gurgelnden Schrei schleudere ich meinen Saft in die Luft, direkt in eine seltsam geformte Tüte, die sie auf einmal hervorgezaubert hat. Stoß um Stoß spritzt das Sperma aus mir heraus. Ich glaube, das ganze Wohnzimmer füllen zu können. Ermattet hänge ich in den Armketten. Ich bin völlig fertig. Die Frau geht quer durch das Wohnzimmer zu einer tonnenförmigen Apparatur und nimmt den Deckel ab. Nebel quillt aus dem Inneren. Sie hängt den Schlauch hinein und schließt den Deckel wieder. Ich bin sprachlos. Die Frau kommt zu mir zurück und zieht sich die Gummihaut vom Kopf. “Danke schön, Tom. Du bekommst demnächst dreihundert Mark auf dein Konto überwiesen. Vom Deutschen Samenspendezentrum.” “Aber,… aber, wieso machst Du das?” ächze ich. “Weißt Du, Tom, in meinem Job reicht man normalerweise nur ein paar Pornoheftchen hinter sterile Vorhänge. Ich habe beschlossen als freie Mitarbeiterin auf Provisionsbasis zu arbeiten. Und wer hat gesagt, daß Arbeit keinen Spaß machen darf.” Sie grinst verschmitzt. Ich lache auf einmal lange und erleichtert. “Ich verstehe. Darf ich wiederkommen?” “Du verstehst nicht. Ich komme zu Dir, nicht Du zu mir, alles klar?” “Alles klar…”

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